Berimbau bauen 2

Wie du dein Berimbau selber baust – Teil 2/2

 

In Teil 1 hast du bereits erfahren, wie du die verga samt arame baust.

 

Deswegen geht es heute weiter mit der cabaça und dem Zubehör.

 

 

Und los geht’s:

 

 

1. Werkzeuge und Zubehör

 

Du brauchst:

  • einen Flaschenkürbis in der passenden Größe (oder eine der Alternativen aus Punkt 2)
  • ein scharfes Messer
  • Schmirgelpapier
  • einen kleinen Bohrer
  • Farbe, Lack oder Wachs für die cabaça
  • Schnur (Sisal, Paketband, etc)
  • Für das Caxixi: Ein Reststück des Flaschenkürbis‘, Schilf und Muscheln oder kleine Steine

 

 

2. Eine cabaça auftreiben

 

Traditionell werden die cabaças (Klangkörper) aus getrockneten Flaschenkürbissen oder Frucht des Kalebassenbaums hergestellt.

 

Wenn du über deinen Trainer oder andere Kontakte an eine „Original“-Kalebasse kommst, nutz die Gelegenheit!

 

Ansonsten gibt es aber auch noch ein paar weitere Möglichkeiten:

 

  • Du ziehst dir Flaschenkürbisse selbst. Samen gibt es im Internet, allerdings ist der Anbau je nach Sorte etwas Glückssache und natürlich sehr zeitaufwendig.
  • Du kaufst eine passende Kalebasse im Internet. Gib zum Beispiel „Flaschenkürbis“ oder „Kalebasse“ bei ebay & Co. ein und schau, ob etwas passendes für dich dabei ist.
  • Du kaufst eine fertige cabaça, zum Beispiel hier* (aber das ist ja langweilig 😉 )
  • Du nutzt alternative Materialien. Das kann alles sein, was irgendwie als Klangkörper in Betracht kommt. Zum Beispiel:
    • eine Stahlkugel aus dem Baumarkt (Lesertipp!)
    • eine Blechdose (z.B. größere Konservendose), sieht man in Brasilien häufig
    • den unteren Teil einer PET-Flasche (wie hier)

 

Diese alternativen Materialien klingen natürlich anders als ein normales Berimbau, aber gerade für Anfänger und zum Üben zu Hause erfüllt so ein Berimbau absolut seinen Zweck.

 

Im Folgenden gehe ich nur auf die Herstellung einer normalen cabaça ein, da die am schwierigsten ist.

 

 

3. Die cabaça zuschneiden

 

Du hast also einen (trockenen) Flaschenkürbis oder eine getrocknete Kalebasse. Die Seite, an der vorher der Stiel des Kürbis war, wird die Seite sein, die an der verga befestigt wird.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite musst du die Öffnung planen. Du kannst dir vorher ein paar Bilder oder fertige cabaças anschauen, um ein Gefühl für die Größe zu bekommen. Mach dir am besten ein paar Markierungen, aber achte unbedingt darauf, das Loch am Anfang nicht zu groß zu machen. Wenn du die Öffnung einmal zu groß geschnitten hast, kannst du im schlimmsten Fall die cabaça wegschmeißen, also mach das Loch lieber stückweise größer.

 

Schneide also mit dem Messer die markierte Stelle raus. Idealerweise kannst du das, was du dabei abschneidest, nachher als Boden deines Caxixis benutzen, also möglichst nicht zu stark zerlegen.

 

Entferne nun grob den Inhalt des Kürbis, heb die Samen aber für später auf.

 

Dann bohre an der Stielseite zwei Löcher, um die Schnur zu befestigen. Mach diese möglichst symmetrisch um den Stielansatz und mit einem Abstand von 2 bis 3 cm.

 

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4. Der Feinschliff

 

Um gut zu klingen, muss die cabaça von innen so glatt wie möglich sein. Also ran ans Schmirgelpapier, aber vorher das Gröbste mit der Hand oder einem Löffel rauskratzen.

 

Dann am besten mit grobem Papier anfangen und immer feiner werden. Auch außen und an den Schnittkanten schmirgeln.

 

Wenn du dir wegen der Größe der Öffnung noch nicht sicher bist, kannst du die cabaça jetzt schon mal ausprobieren oder deinem Trainer zeigen. Wenn du die Öffnung vergrößerst, einfach die Kante nochmal bearbeiten.

 

 

 

5. Das Design

 

Ähnlich wie bei der verga gibt es auch bei der cabaça die verschiedensten Gestaltungsmöglichkeiten. Du kannst sie streichen, bemalen, schnitzen, mit einer Flamme bearbeiten, bekleben, mit Serviettentechnik verzieren oder einfach nur lackieren.

 

Wofür auch immer du dich entscheidest, du solltest es nur von außen auftragen und darauf achten, dass es die Stabilität der cabaça nicht beeinträchtigt.

 


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6. Die Befestigung

 

Nun musst du die getrocknete cabaça nur noch befestigen. Zieh dazu die Schnur (Sisal oder Paketband bieten sich an, etwa 3 mm dick) durch die beiden Löcher und vernote sie so, dass die Schlaufe etwa drei Finger breit ist.

 

Wenn dich der Knoten außen stört, kannst du ihn auch innerhalb der cabaça machen, allerdings ist das je nach Größe der Öffnung eine ziemliche Fummelei.

 

 

7. Baqueta und Dobrão

 

Diese beiden Dinge sind sehr einfach zu beschaffen:

 

Als dobrão suchst du dir einfach einen passenden Stein, der gut in der Hand liegt, zum Beispiel in Kiesbeeten, an Gewässern, auf Kreativmärkten etc. Oder du nimmst eine große Münze.

 

Da sich für die baqueta praktisch jedes Holz eignet, das einigermaßen gerade und nicht zu leicht ist, kannst du dich auch dafür in deiner Umgebung umschauen. Auch Pflanzstäbe aus dem Baumarkt haben in etwa den passenden Durchmesser. Die Baqueta sollte etwa zwei Handspannen lang sein und einen Durchmesser von ca. 5 mm haben. Damit sie wirklich gut in der Hand liegt, solltest du sie sorgfältig schmirgeln und eventuell auch lackieren, so dass sie sich angenehm anfühlt.

 

 

8. Caxixi

 

Auch das Caxixi kannst du dir selbst basteln, auch wenn es etwas komplizierter aussieht.

 

Du brauchst dafür eine rundes Stück Kürbisschale (z.B. das Loch, was du ausgeschnitten hast) mit einem Durchmesser von ca. 7 cm. Am Rande dieser Scheibe machst du eine ungerade Anzahl (z.B. 7 oder 9) von Löchern in regelmäßigem Abstand.

 

Zum Flechten werden in der Regel Lianen oder Schilf benutzt. Hier (übers Internet) erhältlich ist nur Schilf (Peddigschilf) oder Peddigrohr, was in der entsprechenden Dicke auch funktionieren sollte. Du kannst auch aus alten Kabeln ein Caxixi flechten 😉

 

Du ziehst also kleine Lianenstücke so durch die Löcher, dass sie das Gerüst des Caxixis bilden, dann „webst“ du ein langes Stück von unten nach oben um dieses Gerüst herum. Bevor du am Ende angekommen bist, füllst du das Caxixi mit den Samen des Kürbis, Muscheln oder kleinen Steinen und umwickelst den Griff mit dem Ende der Liane.

 

Hier findest du eine genauere Anleitung dazu.

 

 

Und fertig ist dein Berimbau!

 

 

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Xitara

Xitara

Xitara ist nicht nur leidenschaftliche Capoeirista, sondern auch Autorin und Bloggerin. Auf Gingado unterstützt sie andere Capoeiristas mit Trainingstipps und Hintergründen rund um Capoeira.
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