Was du wissen solltest, bevor du auf einen Capoeira-Workshop gehst

Heute habe ich den ersten Gastartikel für dich, und zwar von Manu alias Luna Lustig.

Viel Spaß beim Lesen!

Hey Leute,

da ich auf meinem eigenen Blog nicht so viel über Capoeira schreibe, dachte ich ich schreibe diesen Artikel mal als Gastbeitrag.

Ihr kennt es doch alle, das Workshop Fieber. Es geht hoch her, wir lernen tausend neue Tricks, und wir sehen unglaubliche rasante Spiele. Dennoch gibt es bei Workshops einige Regeln, und hinweise ohne die ein solcher Workshop Besuch nach hinten losgehen kann.

Kenne ich die Gruppenregeln?

Wenn ich auf einem Workshop meiner eigenen Gruppe bin ist alles super. Mein Trainner hat mir alle Regeln beigebracht, ich kenne mich aus, aber auf einem Workshop einer anderen Gruppe musst du ein wenig mehr aufpassen:

Frage erst mal deinen Trainer, ob es ok ist, wenn du zum Workshop der anderen Gruppe gehen willst!

Manche Trainer haben Angst, dass du durch so einen Workshop erstmal noch mehr verwirrt bist. Vor allem, wenn du noch am Anfang stehst, kann das schnell passieren, wenn die Techniken vom Workshop nicht mit dem Still der eigenen Gruppe vereinbar sind.  Frage daher, ob du in deinem Stadium auch mal wo anders hin darfst.

Außerdem haben manche Trainer Vorbehalte gegen bestimmte Gruppen. Daher ist es gut immer zuerst "zu Hause" abzuklären, ob du auf den Workshop deiner Wahl darfst.

Andere Gruppen - andere Regeln

Bei euch dürft ihr auch mit wenig Erfahrung Instrumente spielen und von der Seite in die Roda rein kaufen? Du trainierst normalerweise im Schlabberlook? Super! Aber bei anderen Gruppen sind das vielleicht NoGos.

Also gilt: Halte dich erst mal im Spiel zurück und schau, wie die anderen das hier machen. Bring deine weiße Hose mit eigenem Gruppenshirt mit. Denn du darfst bei allem Spass nicht vergessen: Du repräsentierst hier gerade deine Gruppe!

Es ist immer gut, erstmal den Mestre zu begrüßen, vor allem, wenn du noch nie da warst und auch sonst niemand von deiner Gruppe mitgereist ist. Es gehört zum guten Ton wenn zumindest die Organisatoren wissen, wer du bist und von wo du kommst.

Spiele vorsichtig

Die anderen vor dir hauen sich nur so die Kicks um die Ohren und bringen sich zu Fall? Schön, aber du weißt nicht ob sich diese Menschen schon seit Langem kennen, und dementsprechend aufeinander aufpassen. Wenn du, den keiner kennt, plötzlich genauso loslegst,  kann das schnell nach hinten losgehen.

Daher gilt hier mehr als zu Hause: Passe die Intensität des Spiels an deinen Mitspieler an und lass es langsam angehen!

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Bleib gesund

Auf einem Normalen Workshop trainierst du bis zu drei Tage 6 bis 8 Stunden, auf dem Easter Meeting Amsterdam oder Capoeira 10 zu Pfingsten in Hamburg sogar 4 Tage.

Wenn man bedenkt, dass jeder Sporttrainer dir zwei Stunden Training pro Tag und einen Tag Pause empfiehlt, ist das purer Wahnsinn. Daher:

Geh nur gut trainiert auf Workshops!

Wenn du verletzungsbedingt oder wegen Krankheit gerade nicht viel trainierst, ist es natürlich ärgerlich nicht auf den Workshop zu gehen, aber setze auch mal ne Einheit aus.

Habe immer nen kleinen Snack dabei

Nüsse für die Elekrtolyte, Obst für Vitamine und Kohlenhydrate, Eiweißriegel für, naja wie soll es anders sein: Eiweiß.

Wenn der Köper seine akuten Reserven und Nährstoffe verbraucht hat, holt er sich die Energie nicht etwa dadurch, das er überflüssiges Fett verbrennt sondern auch aus den Muskeln. Also kann zu viel Training zu Muskelabbau führen. Wenn du weißt, dass du schnell mal nen Krampf bekommst, auf jeden Fall Bananen oder Magnesium Tabletten mitnehmen.

Ein Workshop ist kein Platz an dem du dich mit einer Diät schwächen kannst. Wenn nach dem Workshop mit den anderen Teilnehmern Essen gegangen wird HAU REIN!!! Sehr zu empfehlen ist, wenn der Workshop Fejoada, ein Brasilianisches Essen, anbietet.

Schnell kann es passieren das dir Blasen, Zerrungen oder Sehnenreizungen und verhärtete Muskeln zu schaffen machen. Vielleicht kann dir jemand Tigerbalm, Voltaren oder Tape geben, aber kann ist das Glück. Wenn du es selber mitbringst, kannst du dir sicher sein, vorgesorgt zu haben.

Etwas sperrig im Gepäck aber immer häufiger gesehen ist eine Black Orange Roll, mit der du dich selber massieren kannst. Wenn du schon weißt, dass Knie oder Handgelenke schnell mal Probleme machen, pack Bandagen ein. Und wenn du für alles vorbereitet sein willst, kannst du mit Kinesiologischem Tape Sehen und Muskeln an kritischen Stellen stützen.

Auch auf deine psychische Gesundheit solltest du achten. Die Muskeln machen langsam schlapp , du bist übermüdet von Busfahrt, schlechtem Schlaf und zulanger Party, der Mestre zeigt dir  Sequenzen, die du nie zuvor gesehen hast und absolut nicht kapierst (und jeder um dich herum kann sich locker aus dem ff) und zu guter Letzt haut dir ein Anfänger, der sich noch nicht so unter Kontrolle hat einen bösen Kick um die Ohren mit dem du nicht gerechnet hast. Da kann es schnell passieren, dass auch mal die Laune in den Keller geht.

Also nimm dir etwas mit damit du die gute Laune behältst (mp3 player, Schoki, was auch immer). Wenn dich Leute mit dummen Sprüchen nerven, sei dir bewusst, dass du gerade mies drauf bist. Und wenn jemand genervt auf dich reagiert, kann es sein, dass es dieser Person ähnlich geht. Wenn du merkst, dass du deinen Rückzug brauchst, dann mach etwas, verschwinde mal für ein Training aus der Halle und geh etwas spazieren, schließlich bist du in einer anderen Stadt.

Anreise und Übernachtung

Manche Workshops bieten Übernachtungen in WGs an, andere in Schulturnhallen in denen man sich auch Blaue Matten legen kann. Aber andere eben nicht (oder alle blaue Matten sind besetzt). Habe daher immer eine Isomatte mit, die so dick ist, dass du auch auf hartem Boden mit ihr gut schläfst. Wen du merkst, dass du zwischendurch Zeit für dich brauchst oder du nur auf einem besseren Bett schläfst,schau dich vorher nach einem Hostel in der Nähe um.

So, das war's. Lasst euch davon nicht den Spaß nehmen! Vieleicht begegnen wir uns ja mal in der Roda!

Falls du noch mehr Tipps zu Workshops oder der ersten Zeit als Capoeirista brauchst, schau doch mal hier.

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Luna Lustig

Luna Lustig

Seit 1995 schreibt "Luna Lustig" das Punk Rock Fanzine "Schraibfela", dass er einfach kopierte. Inzwischen ist ein Blog für Musik, Kunst und Politische Themen und ein YouTube Channel mit kleinen Konzertreportagen und Interviews darausgeworden. Seit 2005 trainiert er auch Capoeira. Inzwischen hat Luna in vielen Ländern und Gruppen unter dem Capoeira Namen "Manu" Erfahrungen gesammelt.
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