Chamada

Was du über die Chamada wissen solltest

Vor ein paar Jahren spielte ich mit einem befreundeten Lehrer und dieser „rief“ mich irgendwann zur Chamada. Und ich? Hatte keine Ahnung, was er da von mir wollte =) Gesehen hatte ich das zwar schonmal, hatte mir aber nie Gedanken darüber gemacht.

 

Damit es dir nicht genau so ergeht, erfährst du in diesem Artikel, was du über die Chamada wissen solltest, auch wenn du kein Angoleiro bist.

 

 

Was ist die Chamada?

 

Die Chamada (auch chamada para o passo a dois) ist ein Ritual der Angola Roda. Dabei „ruft“ einer der Spieler den anderen, indem er ihm eine Handfläche hinhält. Der gerufene kann darauf noch einige Bewegungen machen oder sofort vorsichtig auf die Chamada eingehen und seine Hand an die seines Gegners legen.

 

Dann gehen die Spieler zusammen je drei Schritte vor und danach zurück, bis einer von beiden die Chamada auflöst bzw. angreift.

 

Dieses Ritual dient oft als Test, da hierbei gern ein Hinterhalt für den Gegner gelegt wird. So kann zu Beginn, während und am Ende der Chamada angegriffen werden, zwischendurch die Position gewechselt werden oder die Situation auf andere Art zum eigenen Vorteil genutzt werden.

 

Oft wird die Chamada auch benutzt, um ein hitziges Spiel zu beruhigen, nach einem Treffer einen neuen Einstieg zu finden und manchmal auch als Pause ähnlich der Volta ao Mundo, wobei hier immer Vorsicht geboten ist.

 

In den meisten Angola Schulen ist die Chamada ein wichtiger Teil jedes Spiels und sollte damit unbedingt mindestens einmal gemacht werden, bevor die nächsten zwei Gegner in die Roda gehen.

 

 

Welche Arten von Chamada gibt es?

 

Die Spieler können bei der Chamada direkt voreinander, etwas versetzt oder hintereinander stehen. Es können eine oder beide Hände genutzt werden, in verschiedenen Höhen und auch mit dem Rücken zum Gegner. In der Regel gibt der „rufende“ vor, welche Position genutzt wird.

 

Es gibt also unzählige Arten der Chamada, einige kannst du in diesem Video (ab 1:50) sehen.

 

 

Was sollte man bei einer Chamada beachten?

 

Da dieses Ritual oft als Test des Gegners benutzt wird, solltest du dabei immer höchst konzentriert und vorsichtig sein. Du solltest durchgehend auf deine Deckung achten, entweder durch die freie Hand oder durch ausreichend Abstand.

 

Wird man zur Chamada gerufen, nähert man sich dem Gegner vorsichtig (auch mit defensiven Bewegungen). Dann geht man mit den Außenflächen der Hände am Gegner entlang bis zu den Händen. Die Innenseite der Hände sollte den Gegner dabei nicht berühren, erst an den Händen.

In diesem Video findest du ein paar Beispiele dafür (ab Mitte des Videos). Dort siehst du auch Beispiele, wie man die Art der Chamada ändern kann.

 

Wichtig ist außerdem, dass die Chamada in der Regel vom höher graduierten Spieler ausgeht. In einigen Gruppen ist es daher verboten, einen Meister zur Chamada zu rufen. Andere Lehrer sehen das nicht so eng, sodass auch Schüler rufen dürfen, wenn der Meister es noch nicht getan hat.

 

Ansonsten ist dabei eigentlich alles erlaubt, was auch im Spiel passiert. Besonders Tricks, Täuschen und die Mandinga („Schlitzohrigkeit“) sind sogar ausdrücklich erwünscht.

 

Also Spaß haben und ordentlich tricksen =)

 

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Xitara

Xitara

Xitara ist nicht nur leidenschaftliche Capoeirista, sondern auch Autorin und Bloggerin. Auf Gingado unterstützt sie andere Capoeiristas mit Trainingstipps und Hintergründen rund um Capoeira.
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