Berimbau spielen

12 Tipps rund ums Berimbau spielen

Berimbau spielen ist ein wesentlicher Bestandteil der Capoeira, zumindest nach den ersten paar Jahren musst du dich damit beschäftigen.

 

Deswegen gibt es in diesem Artikel ein paar Tipps rund ums Berimbau spielen.

 

 

 

Wann anfangen?

 

Wann ein geeigneter Zeitpunkt ist, um mit dem Berimbau spielen anzufangen, hängt eigentlich nur von dir ab. Die meisten Lehrer erwarten spätestens nach ein paar Jahren, dass du dich damit beschäftigst. Wenn es dich interessiert, kannst du aber auch von Anfang an auch die Instrumente lernen, auch wenn du vielleicht erst mal nicht viel damit anfangen kannst.

 

 

Welches Berimbau kaufen?

 

Sobald du das lernen ernsthaft angehst, solltest du dir ein Berimbau kaufen. Für den Anfang muss es kein teures sein und auch nicht perfekt klingen, denn erst mal geht es ja ums Üben. Wenn du aber musikalisch bist und dir das Spielen Spaß macht, kannst du dir auch direkt ein vernünftiges Berimbau anschaffen, weil die in der Regel langlebig sind.

Für dein erstes Berimbau ist ein Medio eine gute Wahl, da es am einfachsten zu spielen und zu spannen ist. Bevor du kaufst, probier ein bisschen herum, teste andere Berimbaus und schau, was dir gefällt und das Spielen für dich einfacher macht.

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Berimbau halten

 

Das Halten ist und Balancieren ist der erste wichtige Schritt. Gewöhn dich an die Haltung, beweg das Berimbau zu dir hin und von dir weg, ohne dass es oben schwankt. Damit wirst du fürs erste schon beschäftigt sein.

Üb lieber regelmäßig für ein paar Minuten, als einmal im Monat für eine Stunde. So gewöhnt sich besonders dein kleiner Finger langsam an das Gewicht und die Haltung, ohne dass du Blasen oder andere Verletzungen bekommst.

 

 

Die richtige Position der cabaça

 

Experimentier ein wenig mit der Cabaça herum. Die meisten von ihnen sind nicht ganz symmetrisch, deswegen kann es sein, dass du in einer bestimmten Position besser spielen kannst, als wenn du sie andersrum aufziehst. Auch der Klang kann sich dadurch leicht verändern.

 

 

Der richtige Dobrão

 

Such dir einen wirklich guten Dobrao.

Soll heißen: Einen, mit dem du lange spielen kannst.

Er sollte so beschaffen sein, dass er dir beim Schwitzen nicht gleich aus der Hand fällt. Runde (bearbeitete) Steine sind zwar schick, allerdings hast du damit auch nur eine Position, während du einen unregelmäßigen Stein immer mal wieder etwas drehen kannst. Deine Finger werden dir auf Dauer diese leicht veränderten Positionen danken =) Probier aus, was für dich am besten passt und hab beim Spielen immer ein paar verschiedene Steine/Münzen griffbereit.

 

 

Das Spannen und Stimmen

 

Das Spannen eines Berimbaus ist eine Wissenschaft für sich, gerade für Anfänger. Allein deshalb solltest du schon regelmäßig üben, weil du jedes Mal dein Berimbau wieder spannen musst. (Falls du jetzt auf die Idee kommst, dein Berimbau gespannt aufzubewahren: Lass es lieber! Das ist (zumindest unter Berimbau-Liebhabern) eine Todsünde und leiert die verga aus!)

Probier ein bisschen rum beim Spannen und guck, was bei dir klappt. Zum Beispiel, das Ende der verga so an einer Wand oder Ecke zu positionieren, dass es nicht rutschen kann. Wenn du mit einer Spann-Methode nicht klar kommst, frag deinen Trainer nach Alternativen.

Und hab Geduld, auch das dauert seine Zeit.

 

Hier ist ein gutes Video zum Spannen des Berimbaus.

 

Zum Stimmen: Am Anfang wird sich für dich jeder Ton merkwürdig anhören, deswegen musst du dich nicht nur auf dein Gehör verlassen. Wenn deine verga nicht völlig ausgeleiert ist und die Schlaufe deiner cabaca ca. 3 Finger breit ist, sollte der Abstand zwischen Verga und Arame in der Mitte etwa eine Handspanne breit sein und die cabaca sich etwa eine Handspanne vom unteren Ende des Berimbaus entfernt befinden. Aber das gilt nur als grobe Faustregel.

Wenn du dir beim Klang unsicher bist, nimm die Position, die am wenigsten nach scheppernder Blechdose klingt, so werden bei den Brasilianern nämlich die schlecht gestimmten Berimbaus genannt =)

 

 

Die Töne lernen

 

Lern zuerst sicher die drei Grundtöne (ohne Stein, mit Stein und Stein nur angelehnt) bevor du dich an einen Rhythmus wagst. Wenn du die drei sauber spielen kannst, ohne dass die cabaça an deinem Bauch klebt, fang mit den einfachen Rhythmen an.

 

 

Der erste Rhythmus

 

Ich finde den Rhythmus Angola am leichtesten. Er ist schön langsam und bildet die Basis für viele andere Rhythmen.

Auch wenn du kein Angoleiro bist und denkst, dass du diesen Rhythmus sowieso nie brauchst, gilt er als einer der Rhythmen, die ein Berimbau-Anfänger beherrschen sollte und wird auch von den meisten Lehrern ab einer bestimmten Kordel erwartet.

Im Zweifelsfall frag einfach deinen Lehrer, welche Rhythmen du seiner Meinung nach können solltest bzw. mit welchem du anfangen sollst.

Konzentrier dich auf jeden Fall immer nur auf einen Rhythmus auf einmal, sonst kommst du durcheinander und vermischst irgendwas. Wenn du erst mal einen Rhythmus inklusive Variationen sicher beherrschst, werden dir die folgenden auch leichter fallen.

 

 

Rhythmen lernen

 

Bevor du dich ans Nachspielen eines Rhythmus‘ machst, präg ihn dir so gut ein, dass du dich nicht mehr mittendrin selbst verwirrst 😉

Hör dir den Rhythmus mehrmals an, sprich ihn dir vor oder such dir „Noten“, an denen du dich orientieren kannst. Aber du musst sicher wissen, wie es sich anhören soll!

Wenn du noch ein bisschen Geduld hast, kannst du auch mit meiner Notation arbeiten, die ich in einem der nächsten Artikel hochladen werde.

 

 


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Die Noten sprechen

 

Um dir Rhythmen zu merken oder sie im Kopf durchzugehen, kannst du sie dir vorsprechen. Viele Brasilianer benutzen diese gesprochenen Noten, wenn sie Rhythmen erklären oder beibringen. Dabei wird der tiefe Ton ohne Stein als dong gesprochen, der hohe mit fest angelegtem Stein als dsching oder ding und der scheppernde Ton mit leicht angelehntem Stein als tsch. 

So kannst du dir auch super Rhythmen aufschreiben, um sie nicht zu vergessen: tsch tsch dong ding ding ….

 

 

Variationen

 

Wenn du den Basisrhythmus sicher beherrschst und auch in verschiedenen Geschwindigkeiten hinkriegst, kannst du mit Variationen anfangen. Obwohl es dabei keine wirklichen Regeln gibt, gibt es Standardvariationen zu jedem Rhythmus, mit denen du anfangen kannst.

Lass sie dir von deinem Lehrer zeigen oder versuch, sie aus Aufnahmen heraus zu hören.

 

 

Singen und Berimbau spielen

 

Singen und gleichzeitig spielen klappt erst, wenn du den Rhythmus „im Schlaf“ spielen kannst. Da hilft also nur üben, üben, üben. Sobald du es schaffst, im Rhythmus zu bleiben, obwohl du dich auf etwas anderes konzentrierst (zum Beispiel eine spektakuläre Bewegung oder eine Unterhaltung nebenbei), wird es auch mit dem gleichzeitigen Singen klappen.

Fang am besten mit dem Wiederholen des Chors an, anstatt direkt selbst ein Lied anzustimmen. Zu Hause kannst du super mit CD üben, einfach ein Lied mit dem passenden Rhythmus raussuchen, mitspielen und erstmal nur den Chor mitsingen.

 

 

Hast du noch mehr Tipps zum Berimbau spielen? Schreib einen Kommentar!

 

Mehr über die Geschichte des Berimbaus findest du hier!

 

 

 

Xitara

Xitara

Xitara ist nicht nur leidenschaftliche Capoeirista, sondern auch Autorin und Bloggerin. Auf Gingado unterstützt sie andere Capoeiristas mit Trainingstipps und Hintergründen rund um Capoeira.
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