32 Tipps (nicht nur) für Anfänger

Als Anfänger fühlst du dich oft überfordert von der Flut an Informationen, Bewegungen und Wörtern. Deswegen hier ein paar Tipps für die ersten Monate.

 

 

1. Jeder Meister hat einmal bei Null angefangen

Egal was du anfängst, du wirst es nicht sofort können. Mal lernst du eine Sache schnell, mal dauert es eine gefühlte Ewigkeit. Bleib dabei, und du wirst es lernen.

 

 

2. Halt durch

Gib nicht so schnell auf. Vielleicht hast du das Gefühl, Capoeira ist nichts für dich, weil du dir (noch) keine 3 Bewegungen auf einmal merken kannst, oder weil diese blöde queixada einfach nicht in deinen Kopf will. Halt wenigstens 2 Monate durch und du wirst merken, wie viel du gelernt hast.

 

 

3. Werde nicht übermütig

Nach ein paar Wochen hast du vielleicht schon das Gefühl, du hast so einiges drauf. Aber denk dran: Ein Capoeirameister hat mindestens 20 Jahre Erfahrung.

 

 

4. Überfordere dich nicht

Du brauchst dich im dritten Training noch nicht mit komplizierter Akrobatik beschäftigen, auch wenn du Bock drauf hast. Lern die Basis. Besonders die Ginga, denn an ihr sieht jeder, wie gut oder schlecht dein Spiel ist. Tipps für eine bessere Ginga findest du übrigens hier.

 

 

5. Mach langsam

Lass dir eine Bewegung oder Sequenz so oft zeigen, bis du sie verstehst. Mach sie in deinem Tempo. Du hast nichts davon, wenn du Bewegungen zwar schnell ausführst, die dann aber völlig falsch oder unvollständig sind.

 

 

6. Erst die Technik, dann das Aussehen

Wenn du zum Beispiel Tritte lernst, willst du den Gegner natürlich am Oberkörper treffen (meistens). Trotzdem solltest du beim Üben viel mehr Wert auf eine korrekte Ausführung legen, als darauf, besonders hoch zu treten. Dehnung verbesserst du schon mit der Zeit, aber wenn du einmal eine falsche Technik gelernt hast, kannst du dir die nur schwer wieder abgewöhnen. Also üb deine Tritte ruhig in 30 cm Höhe, aber dafür ordentlich.

 

 

7. Setz immer die ganze Hand auf den Boden

Stütz dich nie nur mit den Fingern ab Boden ab. Es gibt viele Bewegungen, bei denen eine oder beide Hände am Boden sind. Dabei ist aber immer die ganze Hand am Boden, samt Handfläche. Alles andere kann sehr gefährlich werden.

 

 

8. Lass den Rücken gerade

Dein Trainer wird dir immer wieder sagen, du sollst runter gehen. Damit meint er aber nicht, dass du einen Buckel machen sollst! Das Runtergehen passiert immer in den Beinen, der Rücken bleibt gerade während der Oberkörper nach unten geht.

 

 

9. Mach dir Notizen

Wenn etwas einfach nicht in deinen Kopf rein will, sei es eine portugiesische Bezeichnung oder ein Bewegungsablauf, schreib oder mal es dir auf. Bitte deinen Trainer oder einen anderen Schüler um Hilfe.

 

 

10. Vergleich dich nicht mit anderen

Vergleich dich lieber mit dir, wie du vor ein paar Wochen oder Monaten warst.

 

 

11. Muskelkater gehört dazu

Als Anfänger sowieso. Aber auch später. Er wird nicht mehr ganz so schlimm, aber er bleibt ein treuer Begleiter.

 

 

12. Fallen gehört auch dazu

Es gibt darüber sogar ein Lied. „Quem nunca caiu nao é capoeira“ Wer nie gefallen ist, ist kein Capoeira. Also aufstehen und weitermachen.

 

 

13. Spiel mit deinem Partner, nicht gegen ihn

Capoeira ist ein Dialog. Es geht darum, auf das Spiel deines Partners einzugehen, nicht darum, ihn fertig zu machen.

 

 

14. Guck immer auf deinen Gegner

Auch bei Drehbewegungen, Sprüngen oder was auch immer. Guck auf jeden Fall NICHT auf den Boden!

 

 

15. Respektiere alle.

Besonders die, die schon mehr Erfahrung haben als du. Lehrer finden es in der Regel eher nicht so toll, wenn ein Anfänger meint, sie testen zu müssen. Das Ergebnis könnte eine unsanfte Landung für dich sein.

 

 

16. Kenne deinen Platz

Wenn alle zusammen eine Bewegung oder Sequenz trainieren, dann sind IMMER die Erfahrenen vorne, die Anfänger hinten. Wenn du dich als Anfänger einfach mal in die erste Reihe stellst, gilt das schnell als respektlos und macht besonders auf Workshops einen schlechten Eindruck. Außerdem hast du hinten immer wen vor dir, von dem du abgucken und lernen kannst.

 

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17. Jeder Trainingspartner kann dir etwas beibringen

Du lernst nicht nur mit dem Lehrer, sondern auch mit allen anderen Schülern. Manchmal können gerade die dir helfen, die selbst nur ein bisschen weiter sind als du, weil sie deine Probleme auch erst vor kurzem hatten, während dein Lehrer die Bewegung schon seit Jahrzehnten beherrscht.

 

 

18. Hilf den anderen

Hilf anderen, wo du kannst, auch wenn du selbst noch nicht alles weißt. Wenn du eine Bewegung richtig hinkriegst, kannst du jemand anderem vielleicht schon einen entscheidenden Tipp geben.

 

 

19. Geh in die Roda

Auch wenn du dich noch zu schlecht dafür fühlst. Nur in der Roda lernst du wirklich Capoeira.

 

 

20. Beherrsche eine Bewegung, bevor du sie in der Roda benutzt

Wenn du deinen Körper bei einer Bewegung nicht unter Kontrolle hast, gefährdest du dich und deinen Gegner. Wenn du dir unsicher bist, mach halt nur die paar Bewegungen, die du beherrschst und üb den Rest außerhalb der Roda.

 

 

21. Ausweichen, nicht weglaufen

Auch wenn man hin und wieder etwas anderes sieht, Capoeira wird nah am Gegner gespielt. Ein Schritt rückwärts ist kein Ausweichmanöver, geh einfach runter oder weich seitlich aus. Daran muss man sich erst mal gewöhnen, aber es ist wichtig.

 

 

22. Achte auf deine Deckung

Ich weiß, am Anfang weißt du nicht, woran du noch alles denken sollst. Aber versuch es trotzdem. Sobald du eine Bewegung einigermaßen ausführen kannst, denk an die Deckung.

 

 

23. Lass deine Hände entspannt

Eine geballte Faust sehen viele Capoeiristas als Zeichen, dass du aggressiv spielen willst.

 

 

24. Binde alles zurück, was rumfliegt

Bei schnellen Drehbewegungen können Haare, Ketten, Ohrringe un Co. nicht nur dich, sondern auch andere verletzen.

 

 

25. Bleib immer im Spiel

Egal was der andere gerade macht oder wie kaputt du bist, im Spiel und besonders in der Roda kannst du nicht einfach so aufhören. Also spiel weiter (und wenn es nur Ginga ist) oder gib deinem Gegner zu verstehen, dass es dir reicht, indem du ihm die Hand gibst.

 

 

 

26. Lass dich nicht verwirren

Viele Capoeiristas versuchen im Spiel, den Gegner zu verwirren. Antäuschen, um den Gegner rum tänzeln, plötzlich doch was ganz anderes machen und so weiter. Das gehört dazu. Das ist die ominöse mandinga, malicia oder malandragem, von der immer alle reden. Wenn dir was passendes einfällt, mach mit, ansonsten lass dich nicht beirren und mach weiter dein Spiel. Hauptsache nicht stehen bleiben.

 

 

27. Übe zu Hause

Dehnen, Handstand, Brücke oder queda de rins kannst du in jeder Wohnung machen. Bei Bewegungen oder Sequenzen wird es schon schwieriger, außerdem übst du die am besten unter Aufsicht, damit du dir nichts falschen einprägst.

 

 

28. Schau dir Videos an

Nicht, um dich zu vergleichen, sondern um dein Auge zu schulen. Es mag anfangs frustrierend sein, aber je mehr du lernst, desto mehr wirst du auch in den Videos erkennen. So bekommst du immer neue Anregungen, Bewegungen zu kombinieren, auf Angriffe zu reagieren und dein Spiel zu gestalten.

 

 

29. Bevor du probierst, frag deinen Trainer

Wenn du eine neue Sache ausprobieren willst, frag vorher deinen Trainer. Er wird dir erstens sagen können, ob die neue Bewegung schon für dich geeignet ist, und zweitens, ob die Bewegung mit dem Stil der Gruppe vereinbar ist. Gerade bei akrobatischen Bewegungen gibt es einiges, was manche Trainer als „saroba“ bezeichnen und nicht bei ihren Schülern sehen wollen. Auch solltest du keine Benguela-Bewegungen in dein Spiel einbauen, wenn deine Gruppe nie Benguela spielt =)

 

 

30. Lern ein paar Lieder

Ja, portugiesisch klingt verwirrend am Anfang. Lass dir von deinem Trainer die Lieder geben, die er am häufigsten benutzt. Wenn er dir die Texte geben kann, lies sie dir zur Musik durch. Wenn nicht, such das Lied hier unter Musik oder wo anders im Internet. Und kümmer dich nicht zu sehr um eine perfekte Aussprache. Es gibt sogar Brasilianer, die „Banana ê“ statt „Parana ê“ singen =)

 

 

31. Vergiss die Instrumente nicht

Ich weiß, am Anfang bist du mit Klatschen und Singen gleichzeitig völlig bedient. Aber nach ein paar Wochen kannst du dir mal zeigen lassen, wie man Atabaque, Agogo oder Pandeiro spielt. Ich hab Pandeiro spielen gelernt, indem ich zu Hause auf einem Teller geübt hab.

 

 

32. Hab Spaß!

Dir schwirrt der Kopf, du willst diese Bewegung jetzt sofort endlich hinkriegen? Entspann dich, bleib locker und genieß das Training. Spiel mit deinem Partner, lach über eure Patzer und hab deinen Spaß. Es heißt nicht umsonst „Capoeira ist eine Kunst, bei der die Gegner lächelnd kämpfen.“

 

 

 

 

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Mehr Infos für Anfänger findest du übrigens hier.

 

 

 

Xitara

Xitara

Xitara ist nicht nur leidenschaftliche Capoeirista, sondern auch Autorin und Bloggerin. Auf Gingado unterstützt sie andere Capoeiristas mit Trainingstipps und Hintergründen rund um Capoeira.
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