Projekt Capoeira für alle

Capoeira für alle – Interview mit Grad. Pantera Preta

 

In diesem Artikel möchte ich dir jemanden vorstellen, der ein tolles soziales Projekt mit Capoeira auf die Beine gestellt hat. Dazu habe ich ein Interview mit Graduada Pantera Preta für dich.

 

 

Viel Spaß beim Lesen! Und wenn du kannst, unterstütz das Projekt!

 

 

 

Hallo Pantera. Stell dich doch bitte kurz vor!

Graduada Pantera Preta

Hallo, ich bin Graduada Pantera Preta, mit bürgerlichem Namen Karola Arntsen, komme aus Hagen, im schönen Ruhrgebiet und mache hier auch seit 10 Jahren Capoeira – fast genauso lange wie ich auch schon Orthopädietechnikerin bin.

 

Als Orthopädietechnikerin arbeite ich seit eineinhalb Jahren in Bochum, im Care Center Rhein-Ruhr. Das hat sich dadurch ergeben, dass sich mein Hauptberuf 2016 ein wenig mehr Richtung Sport verschoben hat.

 

Was heißt das genau?

Ich habe quasi mein Hobby zum (Neben)Beruf gemacht- ich trainiere schon lange Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Capoeira und das macht mir unglaublich Spaß. Mein Bestreben ist es, überall das Beste heraus zu holen. Außerdem will ich, was ich liebe vereinen – dazu gehört auch mein Beruf.

Also habe ich angefangen an der Ruhr-Universität in Bochum Sportwissenschaft zu studieren. Eine super Entscheidung bisher.

 

 

Du fliegst Ende August für ein halbes Jahr für ein Projekt nach Brasilien. Wie bist du dazu gekommen?

 

Warum es nach Brasilien geht ist ganz einfach und schnell beantwortet: Hier liegen die Wurzeln der Capoeira.

 

In Sao Paulo und Muriaé (Minas Gerais)  befinden sich unter anderem Standorte der Gruppe „Cadencia Brasil Capoeira“, in der ich seit über 7 Jahren schon trainiere. Diese Reise wird nun mein drittes Mal nach Brasilien sein, was mir bei der Organisation, Orientierung und Erwartungshaltung schon sehr hilft.

 

Das Projekt „Capoeira für alle“ ist aus dem gleichen Gedanken entstanden, wie meine Entscheidung für das Studium: ich möchte vereinen, was ich kann und liebe.

 

 

Was ist das für ein Projekt,  worum geht es?

 

Ganz grob zunächst: Ein Hilfsprojekt, wo es darum geht körperlich beeinträchtigten Sportlern (oder die, die es gern wären) einen möglichst schmerz- und barrierefreien Zugang zur Bewegung zu schaffen.

 

Im Detail heißt es, dass ich mich an die Menschen wende, die körperliche Beeinträchtigungen haben, um zu schauen, womit ich ihnen entweder Schmerzen nehmen oder verhindern und den Bewegungsumfang erweitern kann.

Und zwar nicht nur für den Moment, sondern auch für die Zukunft.

 

Das geht los bei Fußdeformitäten, über schlecht verheilte Brüche, Knieverletzungen, Hüft- und Rückenprobleme, bis hin zu Behinderungen mit Lähmungen und Spastiken und fast unendlich weiter.

 

Dafür steht dann ein Spendenpool aus Hilfsmitteln zur Verfügung,  wie Bandagen, Orthesen/Schienen, Kompressionsstrümpfe, Einlagen, Gehstöcke, Unterarmgehstützen („Krücken“), usw. oder auch Therapiemittel wie Therabänder, Tape, Gummibälle, Therapieknete usw.
Außerdem gibt es einen Spendenpool aus monetären Mitteln, wovon dann benötigte Güter beschafft werden, die sich nicht im Pool befinden.

 

Wie läuft die Arbeit in dem Projekt ab? Was wirst du dort machen?

 

Das Ziel ist es ja, dass vor Ort nicht einfach nur Schienen blind verteilt werden, sondern nach europäischem Standard, wie ich es tagtäglich in der Klinik und im Sanitätshaus praktiziere, gehandelt wird.

 

Das heißt: intensive Anamnese. Also ein Aufnahmegespräch, in dem es darum geht, Probleme und Potentiale zu erkennen und das passende Hilfsmittel auszuwählen,  das dann aus dem Pool genommen oder von dem gespendeten Geld beschafft werden kann.

 

Anschließend natürlich noch die genaue Anpassung und Beratung, wie der „Patient“ dann damit umgeht. Dafür gibt es dann auch Vorschläge für besondere Übungen, Pflege und später natürlich auch eine Kontrolle, um zu schauen, dass alles läuft, wie es soll – die „Compliance gewährleisten“, wie man hier so schön sagt 😉

 

Ich werde in erster Linie São Paolo sein und dort auch hauptsächlich das Projekt durchführen, später auch in Muriaé/Minas Gerais. Dadurch, dass ich dort schon einige Leute (fast ausschließlich Capoeiristas) kenne, habe ich ein recht breites Netzwerk, um die Leute zu erreichen.

 

Außerdem habe ich so die Gelegenheit, immer vor Ort eine Unterkunft zu haben und eine Zeit lang bei den Leuten aus meiner eigenen Gruppe und den besuchten Gruppen zu bleiben.

 

Natürlich kommt auch das Training nicht zu kurz!  “Capoeira me leva” – Capoeira hat mich überhaupt nach Brasilien und zu dem Projekt gebracht und das ist es, was ich im Besonderen weitergeben und ermöglichen möchte.

 

Ich selbst möchte die Teilnehmer kennen lernen,  in ihrem Training mitmachen, mit ihnen in der Roda spielen, aber auch selbst Tipps und Tricks für ihre Handicaps geben, damit sie möglichst lange und schmerzfrei Freude an diesem Sport haben.

 

 

Wo kann man mehr über das Projekt und deine Arbeit dort erfahren?

 

Ich habe eine Spenden- und eine Facebookseite errichtet (auf Deutsch, Englisch und Portugiesisch):

 

https://www.leetchi.com/c/capoeira-fuer-alle

 

https://www.facebook.com/CapoeirafuerAlle

 

Auf beiden Seiten poste ich regelmäßig News, viele Kleinigkeiten und Zwischenschritte gibt es auf meinem Instagramprofil
https://www.instagram.com/karolapanterapreta/ zu sehen.

Eine eigene Homepage ist bisher nicht angedacht.

 

Wie kann man dein Projekt unterstützen?

 

Vorab werden hier schon fleißig Spenden gesammelt: Zum einen ist es, wie schon gesagt Geld und zum anderen die Güter.

 

Dafür habe ich schon viele Gespräche mit meinem Arbeitgeber und vielen Herstellerfirmen orthopädischer Hilfsmittel geführt, wodurch schon Einiges für den Spendenpool zusammen gekommen ist.

 

Geldspenden sind nun aber vorrangig und wichtig, denn die unterschiedlichen Voraussetzungen ergeben ein sehr weites Spektrum an Bedarfen, die einfacher zu decken sind, wenn man mit Geld auf den gesamten Ressourcenbereich zugreifen kann, statt nur aus einem kleinen Pool an begrenzten Gütern schöpfen zu können.

 

Die Möglichkeit, sich zu beteiligen gibt es auf der Spendenseite (https://www.leetchi.com/c/capoeira-fuer-alle )
und über PayPal:

 

https://paypal.me/capopantera

 

Ich freue mich über jede Nachricht von euch!

 

Versteigerung

Klick also hier und unterstütze Pantera bei ihrem Projekt.

Als kleinen zusätzlichen Anreiz versteigert sie am 15.07.2018 um 14:00 Uhr in einem Livevideo ein paar tolle Capoeirashirts.

 

Mach jetzt direkt mit, jeder Betrag hilft!

 

Xitara

Xitara

Xitara ist nicht nur leidenschaftliche Capoeirista, sondern auch Autorin und Bloggerin. Auf Gingado unterstützt sie andere Capoeiristas mit Trainingstipps und Hintergründen rund um Capoeira.
Xitara

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*